Ess-Störungen. Olivia Wollinger.
Was sind Essstörungen?
Allen Essstörungen ist eine intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körper bzw.
der Nahrung gemeinsam.
Die bekanntesten Formen sind die
- Magersucht und die
- Bulimie.
Weniger bekannt aber genauso schlimm für die Betroffenen ist Bulimie non-purging
type (=binge eating).
Magersucht
Die Magersucht (Anorexie, Anorexia nervosa) ist vor allem durch Hungern und
starke Gewichtsabnahme gekennzeichnet.
Eine sehr ausführliche Beschreibung der Symptome befindet sich auf
www.magersucht-online.de/anzeiche.htm
. Dort gibt es auch einen BMI Rechner, mit dem du feststellen kannst, ob du
schon gefährlich untergewichtig bist.
Bulimie
Die Bulimie ist vor allem durch wiederholte Attacken von Heißhunger
("Essanfälle", "Fressattacken") gekennzeichnet, die oft von selbst
herbeigeführtem Erbrechen gefolgt sind. Bis auf das Erbrechen entsprechen die
Symptome der Bulimie non-purging type (binge eating).
Mischformen - Bulimie, non-purging type
Zwischen diesen beiden mittlerweile durch Medien sehr bekannten Formen
Magersucht und Bulimie gibt es eine Vielzahl von Abstufungen: Beispielweise gibt
es BulimikerInnen, die zwischen Phasen von Essattacken fasten. Es gibt
Magersüchtige, die das wenige, das sie zu sich nehmen, erbrechen.
Weiters gibt es Personen, die regelmäßige Essanfälle haben, allerdings nicht
erbrechen. Diese Form der Essstörung wird als "Bulimie, non-purging type" oder
auch als „Binge Eating“ bezeichnet. Personen mit dieser Form der Esssucht können
jedes Körpergewicht haben, von sehr dünn bis stark übergewichtig, abhängig von
Konstitution der jeweiligen Person bzw. den Ausgleichshandlungen (z.B. Fasten,
Sport) die zwischen den Essanfällen gesetzt werden.
Viele Personen wissen über diese Form der Essstörung nicht Bescheid. Sie
erkennen sich weder in der Magersucht („also mager bin ich sicher nicht“) aber
auch nicht in der Bulimie („brechen tu´ ich nie“) wider. Daher bleibt die
Krankheit oft viel zu lange unerkannt und wird von den Betroffenen wie auch dem
Umfeld lediglich als "Diättick" oder als "zu wenig Disziplin" eingestuft.
Es fällt diesen Personen deswegen besonders schwer, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Sie denken, dass niemand ihr Problem ernst nehmen wird, dass sie vielleicht
sogar ausgelacht werden. Doch auch diese Art der Essstörung muss unbedingt ernst
genommen werden. Sie kann genauso belastend für die Betroffenen sein, wie die
klassische Form der Bulimie.
Hauptmerkmal der klassischen Bulimie und auch der Bulimie, non-purging type
(binge eating) sind die Essanfälle.
Essanfälle.
Essanfälle sind begleitet von einem Gefühl von Zwanghaftigkeit, das Gefühl "Ich
will es so sehr, dass ich alles umrennen werde, was sich mir in den Weg
stellt".
Dem Esszwang zu widerstehen ist, wenn überhaupt, nur mit äußerster Willenskraft
möglich. Er überkommt, überrollt einen.
Während eines Essanfalls werden wahllos Nahrungsmittel in sich hineingestopft,
oft solange, bis einen körperliche Beschwerden zwingen aufzuhören Es werden
hauptsächlich "verbotene" Lebensmittel gegessen.
Essanfälle sind oft begleitet von schlimmen Schuld- und Schamgefühlen.
Nachfolgend die Beschreibung dieser Gefühle mit den Worten von betroffenen
Frauen:
-
"Ich habe oft panikartige Gier nach Essen. Es kommt öfters vor - meistens Abends
- dass ich sehr große Mengen auf einmal esse. Bei diesen Essanfällen verliere
ich komplett die Kontrolle darüber, was ich esse. Ich kann mich nicht mehr
stoppen."
-
"Tischmanieren sind bei diesen Essanfällen nicht mehr vorhanden. Ich grause mich
vor mir selbst."
- "Ich habe ein schlechtes Gewissen, da ich schon wieder 'gesündigt' habe."
- "Ich fühle mich nachher wie erschlagen und will eigentlich nur noch schlafen."
-
"Ich beschimpfe und verurteile mich wegen meines mangelnden Willens und meiner
Disziplinlosigkeit."
-
"Ich bin verzweifelt und fühle mich fett. Ich fühle quasi mein Doppelkinn und
meine Oberschenkel anwachsen."
-
"Ich überlege mir sofort, welche Diät ich 'ab morgen' machen werde bzw. wie
viele Kalorien ich morgen zu mir nehmen darf."
-
"Ich nehme mir vor, härter mit mir umzugehen. Ich bestrafe mich mit einer
'Überdosis' an Sport."
- "Ich beschließe, 'nie wieder' 'verbotene' Nahrungsmittel zu essen."
- "Ich habe Angst vor dem nächsten 'Rückfall'."
-
"Am nächsten Morgen fühle ich mich, als ob ich einen Kater habe. Ich wache
gerädert auf und habe einen entsetzlichen Geschmack im Mund."
Das Leben der Betroffenen dreht sich v.a. um Essen und Abnehmen. Viele Bereiche
im Privat- und auch Berufsleben werden von der Sucht beeinflusst, zum Teil sogar
dominiert:
-
"Ich denke ständig an das Essen: Daran, was ich bereits gegessen habe, wie viel
ich heute noch essen darf bzw. was ich die nächste Woche noch essen werde."
- "Ich habe Schuld- und Reuegefühle, wenn ich esse."
-
"Ich schäme mich meiner Essgewohnheiten. Daher esse ich in Gegenwart anderer
gemäßigt und hole dann das Versäumte nach, sobald ich alleine bin. Ich lebe ein
Doppelleben. Ich lebe mit einer riesengroßen Lüge."
-
"Ich halte ständig Diät bzw. zähle die Kalorien aller Speisen, die ich zu mir
nehme. Ich habe enorme Panik vor dem Zunehmen. Ich halte mich immer für zu
dick."
-
"Ich stelle mich mindestens 1x täglich auf die Waage. Wenn ich mehr wiege als
gestern, und sind es nur ein paar Gramm, so ist der Tag für mich gelaufen, meine
Stimmung ist dann im Keller. Wenn ich ein bisschen weniger habe so ist alles
super."
- "Ich habe das Gefühl, schon bei den geringsten Essensmengen zuzunehmen."
-
"Ich hasse meinen Körper. Ich fühle mich ständig beobachtet und habe das Gefühl,
dass sich jeder über meine Figur lustig macht. Das geht sogar so weit, dass ich
es nicht wage, während eines Vortrags die Toilette aufzusuchen. Ich habe Angst,
dass mir dann alle auf meinen Hintern starren. Im Schwimmbad war ich schon lange
nicht mehr. Wenn ich dort hin muss so ist das eine richtige Qual für mich."
-
"Mein Wohlbefinden bzw. meine Laune hängen davon ab, ob ich einen "guten" oder
"schlechten" Esstag hatte. Wenn ich eine Diät wieder nicht einhielt, fühle ich
mich als Versagerin."
-
"Ich habe starke Stimmungsschwankungen - Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt
- abhängig vor allem von Gewicht bzw. Diäterfolg."
-
"Ich teile Lebensmittel in "erlaubte" (Obst, Salat, Gemüse, Joghurt,
Vollkornprodukte etc.) und "nicht erlaubte" (Süßigkeiten, Mehlspeisen, fette
Speisen etc.) ein. Ich versuche immer "gesund" zu essen, die Lebensmittel, die
ich während meiner Essanfälle herunterschlinge, sind allerdings alles andere als
"gesund. Wenn ich etwas "Verbotenes" (z.B. Schokolade) esse, denke ich "jetzt
ist es eh schon egal" und esse so viel, bis ich nicht mehr kann. Während ich
esse, beschließe ich, "ab morgen" nie wieder zu "sündigen"."
-
"Ich nehme in großen Mengen kalorienarme Ersatzmittel zu mir (z.B. Cola-light,
schwarzer Kaffee oder Tee, zuckerfreier Kaugummi, Süßungsmittel)."
-
"Während des Essens ist der Gedanke an das herannahende Ende der Mahlzeit fast
unerträglich. Mein Appetit und meine Gier scheinen unendlich groß zu sein."
-
"Ich habe Angst mit dem Essen zu beginnen, da ich fürchte nicht aufhören zu
können. Oft ist es nur ein Bissen, der zuviel ist und schon befinde ich mich
mitten in einem Essanfall."
-
"Es ist mir unmöglich, Essen übrig zu lassen. Ich schaffe es auch dann nicht,
wenn ich schon zum "Platzen" voll bin."
-
"Essen z.B. ins Büro mitzunehmen stellt für mich ein Problem dar. Ich esse alles
vorzeitig auf. Bereits am Vormittag ist dann meistens alles längst geplündert.
Auch bei einer Wanderung etwas mitzunehmen ist sehr schwierig für mich. Ich muss
ständig an das Essen denken, das ich in meinem Rucksack mit mir trage. Am
liebsten würde ich alles sofort aufessen, wären da nicht meine BegleiterInnen,
denen ich meine Gier nicht offenbaren will. Essen zu Hause zu haben, ist auch
ein großes Problem für mich. Selbst Joghurt, Obst, Müsli und Nudeln "überleben"
nicht lange."
-
"Essen abzulehnen ist für mich praktisch unmöglich. Ich hasse meine KollegInnen,
wenn sie wieder einmal für alle einen Kuchen mitbringen."
-
"Oft ist mir gar nicht bewusst, dass ich esse. Ein Bissen hier, ein Bissen dort
und plötzlich finde ich mich in einem Essanfall wieder."
- "Ich gebe sehr viel Geld für Essen aus."
-
"Ich bin unfähig, echten physischen Hunger zu erkennen. Von Sättigung ganz zu
schweigen."
-
"Ich habe ein sehr unregelmäßiges Essverhalten. Überessen und Fasten wechseln
einander ab."
-
"Ich habe starke Gewichtsschwankungen, mein Gesicht ist aufgedunsen, meine Haar
wirke stumpf."
- "Ich quäle mich ab beim Sport, um überschüssige Kalorien wieder zu verlieren."
-
"Ich meide Partys, Familienfeste, Buffets etc. da sonst mein aktueller Diätplan
durchkreuzt werden könnte."
-
"Ich habe das Gefühl, dass meine BegleiterInnen jeden meiner Bissen beobachten
und sich innerlich über meine Gier wundern. Mir ist also ob mir jeder Passant
die bereits gegessenen Mengen von weitem ansieht."
-
"Ich vergleiche meine Essensmengen ständig mit jenen meiner BegleiterInnen.
Meistens versuche ich weniger zu essen, aus Angst, dass meine Gier
offensichtlich wird. In Restaurants wähle ich immer die „gesunde“ Alternative
also z.B. Salat."
-
"Wenn ich schon nicht meine Essenmengen kontrollieren kann, so wenigstens andere
Bereiche meines Lebens. Ich bin z.B. extrem perfektionistisch wenn es um meine
Arbeitsleistungen geht."
-
"Ich hasse mich und mein Leben. Ich fühle mich sehr oft einsam und unglücklich.
Ich möchte nur noch schlafen und am besten nicht mehr aufwachen."
- "Das Essen beherrscht meine Gedanken und mein Leben."
Wenn du dich bei den oben angeführten Aussagen wieder findest, so ist es höchste
Zeit, dir zum Thema Esssucht Gedanken zu machen. Anregungen für den Weg aus dem
Teufelskreis findest du hier.
Shiatsu
Shiatsu ist eine japanische Form der ganzheitlichen Körperarbeit. Seine
Geschichte lässt sich bis ins alte China des sechsten Jahrhunderts v. Chr.
zurückverfolgen. Vor etwa tausend Jahren brachten chinesische Ärzte ihre Kunst
nach Japan. Aus den Behandlungsformen der traditionellen chinesischen Heilkunde
entwickelten sich dort, unter Anpassung an die alten japanischen Methoden,
eigene therapeutische Wege. Der Begriff "Shiatsu" wurde zu Beginn des 20.
Jahrhunderts geprägt. Shiatsu bedeutet wörtlich übersetzt Finger (shi) Druck
(atsu).
Wie funktioniert Shiatsu?
Du hast bestimmt schon von den Akupunkturpunkten gehört. Diese werden durch die
sogenannten Meridiane verbunden. Der/die Shiatuspraktiker/in folgt mittels
einfühlsamen Drucks va. durch Handballen und Daumen diesen Meridianen, manchmal
wird auf Akupunkturpunkten verweilt. Auf diese Weise wird die Energie zum
Fließen gebracht und Blockaden gelöst. Während der Shiatsu-Massage liegst du am
Boden auf einer bequemen Shiatsu-Matte.
Shiatsu kann dir dabei helfen
- deinen Körper und seine Grenzen bewusst wahrzunehmen
- dich wieder als Einheit von Körper, Geist und Seele zu erleben
- dich in deinem Körper wohler zu fühlen
- körperliche und emotionale Spannungen loszulassen
- deine Vitalität zu spüren und zu stärken
- deine Aufrichtung und Haltung zu verbessern
- deine Selbst-Heilungskräfte zu aktivieren
- dein Immunsystem zu stärken
- dich gehalten und geborgen zu fühlen
Shiatsu kann eine hilfreiche Begleitung in Prozessen der Veränderung sein.
Natürlich solltest du bei gesundheitlichen Problemen auf alle Fälle vor der
Shiatsu Behandlung eine/n Arzt/Ärztin aufsuchen und die weitere Vorgehensweise
besprechen. Wenn dich die östliche Methodik anspricht, bietet sich hier
insbesondere der Besuch einer/s TCM Arztes/Ärztin an. Diese sind meist
praktische Ärzte, die zusätzlich in TCM (= traditionelle chinesische Medizin)
geschult sind. Bei der Wahl des/r TCM-Arztes / Ärztin solltest du nachfragen,
seit wie vielen Jahren er/sie TCM ausübt und ob er/sie sich auch mit
Kräuterkunde auskennt. Letztere ist ein wesentlicher Bestandteil der TCM.
Shiatsu Praktiker/innen in deiner Nähe findest Du z.B. über die Verbandseite
http://www.shiatsu-verband.at (Österreich)
http://www.shiatsu-gsd.de (Deutschland)
http://www.shiatsu-sgs.ch (Schweiz)
TCM Ernährung 5 Elemente warmes Frühstück Emotionalkörper Energie Massage
Nimm dir für die Shiatsu Einheit ca. 1 – 1 ¼ Stunden
Zeit. Bitte nimm bequeme Kleidung mit (z.B. T-Shirt, Legging, Jogging Anzug…),
am besten aus Naturmaterial wie z.B. Baumwolle mit und ein paar frisches Socken.
Wenn dir leicht kalt wird, pack noch zusätzlich einen Sweater o.ä. ein. mögliche
Termine nach Vereinbarung sind: Mo + Di, 17:30 bzw. 19:00 sowie Fr. 10:00,
11:30, 16:00, 17:30, 19:00.
Preis für eine Shiatsu Einheit: Euro 40,--,
Für Terminvereinbarung ruf mich einfach an: 0676 / 705 24 48