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Feindbild Essen
von Maga. Olivia Wollinger
der Artikel ist erschienen in der City - Stadtzeitung für Wien
Ess-Störung. Für nicht Betroffene ist sie kaum nachvollziehbar, für Betroffene bedeutet sie meist die Hölle.
Viele Betroffene leiden außerdem an unkontrollierbaren Essattacken, die ausgeglichen werden durch Hungerperioden, absichtliches Erbrechen, Abführmittel und/oder durch die eigenen Kräfte überfordernden Sport. Warum ist das so? Das liegt daran, dass hier nur das Symptom und nicht die Ursache des Problems bearbeitet wird, also nur die sichtbare Spitze des Eisbergs, nicht aber jener viel größere Teil, der unter der Wasseroberfläche liegt.
Die Ess-Störung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas im Leben nicht stimmt. Beispielsweise haben die Betroffenen zu wenig Selbstbewusstsein, sie haben verlernt, Gefühle zuzulassen oder sie sind unglücklich über ihre Lebenssituation (Beruf, Partner, Eltern, Freunde etc.). Was würde eigentlich geschehen, wenn die Ess-Störung plötzlich weg wäre? Angenommen, es kommt eines Tages die berühmte gute Fee, schnippt mit den Fingern und erfüllt diesen sehnlichsten Wunsch der Betroffenen. Wäre dann auch gleichzeitig der Traumjob, die ideale Partnerschaft und ein idyllisches Familienleben vorhanden? Ohne Ess-Störung müsste nicht mehr ständig an das Essen bzw. Zunehmen gedacht werden; doch woran sonst?
Die Ess-Störung bleibt demnach solange bestehen, wie sie gebraucht wird. Sie wird erst dann langsam verschwinden, wenn die Betroffenen lernen, auf Probleme anders zu reagieren, bzw. wenn sie lernen, mit Situationen, die immer nur Probleme schaffen, richtig umzugehen. Einer der ersten Schritte ist es, diesen Zusammenhang zwischen der Ess-Störung und der gesamten Persönlichkeit bzw. dem Umfeld zu begreifen. Es gibt viele Wege aus der Ess-Störung, doch eines haben alle gemeinsam: Der erste Schritt muss getan werden und danach einer nach dem anderen.
Weitere Informationen zum Thema Essstörungen finden Sie unter
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