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P R O G R E S S I V E M U S K E L E N T S P A N N U N Gnach Edmund Jacobson
von © Susanne Grassl (2002)
Historisches
Der Physiologe Edmund Jacobson gilt als der Pionier auf dem Gebiet des Entspannungstrainings. Er entdeckte bei seinen frühen Untersuchungen, daß bei Spannungsgefühl (Angst) eine Muskelkontraktion (Muskelanspannung) beteiligt ist und daß diese Angst aufgehoben werden kann, wenn die muskuläre Spannung beseitigt wird.
Er entwickelte in den Jahren von 1908-1934 ein Training, bei dem durch systematische An- und Entspannung verschiedener Muskelgruppen und durch den Lernvorgang der Unterscheidung der daraus resultierenden Gefühle eine fast völlige Beseitigung jeder Muskelspannung und damit verbunden nachweislich ein Zustand tiefer Entspannung eingeleitet und erlebt werden konnte. Einige Jahre später (1948) hat Joseph Wolpe die Progressive Muskelentspannung in abgewandelter Form als wesentlichen Bestandteil der Behandlung (systematische Desensibilisierung) von Angstpatienten übernommen. Grundlage dafür war und ist die Gegenkonditionierung: Angst stellt oft eine erlernte Reaktion auf einen bestimmten Reiz dar und wird am wirkungsvollsten beseitigt, indem man eine mit Angst unvereinbare Reaktion findet - z.B. Entspannung. Heutige FormHeute wird eine verkürzte Form der Progressiven Muskelentspannung praktiziert: Waren früher mindestens 56 Sitzungen nötig, um diese mentale Entspannungsmethode zu erlernen, genügen heute in der Regel 6 geleitete Übungseinheiten, um die Grundkenntnisse zu erwerben und die Methode selbständig weiter anwenden zu können. Was passiert beim Training?
Es werden in bestimmter Reihenfolge 16 Muskelgruppen erst angespannt, die Spannung gehalten und dann abrupt losgelassen. Die Wahrnehmung wird gezielt auf die fühlbaren Unterschiede gelenkt. "Spannungslosigkeit" ist ebenso ein Zustand, der sich nur spontan einstellt. Weiters soll durch An- und Entspannung die deutliche Unterscheidung dieser beiden Zustände erleichtert werden. Gezielt entspannt (immer im Sinne von "Spannung loslassen") wird bei den Übungen die Skelettmuskulatur. Ihr folgend entspannt sich bei fortgeschrittenem Training aber auch die glatte, unwillkürliche Muskulatur (= Muskulatur der inneren Organe). Meßbare Folgen im Rahmen eines erfolgreichen Trainings:
Ziele:Ziel des Trainings ist jedenfalls eine (Wieder)Herstellung der vegetativen Balance, das heißt ein Ausgleich zwischen den stimulierenden Anteilen ("Angriff und Flucht"), die ja auch immer mit einer Anspannung in der Skelettmuskulatur einhergehen, und den beruhigenden Anteilen (z.B. der Verdauung) des autonomen (nicht dem Willen unterliegenden) Nervensystems. Dies geschieht vorwiegend durch gezielte Wahrnehmungslenkung auf den Zustand von Grundspannung, Anspannung, Entspannung und Atmung.
Diese Wahrnehmung und Unterscheidung ist ein wesentliches Element, um später auch in Alltagssituationen bei auftretenden An- und Verspannungen diese frühzeitig zu bemerken und sich sozusagen selbst Entspannung verordnen zu können.
Wem kann dieses Entspannungstraining nützen?
Unumgänglich erscheint bei all diesen Beschwerden eine organische Abklärung vor dem Training. Gelegentlich (z.B. bei Angststörungen) kann es sinnvoll sein, die Progressive Muskelentspannung als Ergänzung zu einer psychotherapeutischen Behandlung (in Absprache mit der PsychotherapeutIn) einzusetzen.
Die Progressive Muskelentspannung eignet sich weiters ...
In welchem Rahmen findet so ein Training nach Jacobson statt:Das Training für Progressive Muskelentspannung wird meist in individuellen Einzelsitzungen angeboten. Die einzelnen Übungseinheiten dauern in der Regel 60 Minuten und bieten Zeit und Raum, um
LiteraturDouglas. A. Bernstein / Thomas D. Borkovec:Entspannungstraining / Handbuch der progressiven Muskelentspannung
Edmund Jacobson:
P.S. Das Institut Frauensache bietet zur Zeit keine Progressive Muskelentspannung an.
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